Agfa Box 50

Agfa Box 50.Boxkameras sind ja nach der Lochkamera so ziemlich das einfachste, was es fotografisch geben kann. Im Prinzip wie eine Holga, Eine kleine dunkle Kiste, vorne ein Loch mit einer billigen Fixfokus-Linse, ein Verschluss mit Schnappmechanismus und fertig ist die Kamera. Seinerzeit der billige Einstieg in die Fotografie, heute eher Kuriositäten. Wobei ich die immer lustig finde und sie auch gerne mal ausführe. Nicht unbedingt was für ernsthafte Fotografie, aber immer ein nettes Spielzeug.

Heute war in Nippes Flohmarkt und direkt am ersten Stand habe ich diese kleine Preziose gesehen. Am ersten Stand kauft aber man aber nix – allerdings war es wohl ein Wink des Schicksals, dass die kleine Knipskiste auch am Ende unserer Runde übern Flohmarkt noch keinen Besitzer gefunden hatte. Das verhandeln war kurz und schmerzlos („Was kost‘ das gute Stück?10 will ich haben. 5 geb ich dir. Sagen wir 6. Ok“) und so wechselte dann diese Agfa Box 50 den Besitzer.

Ganz lustiges Ding, 6×9, zwei Belichtungszeiten (1/50 und Bulb), zwei Blenden (8 und 11, wobei die 8 einmal mit, einmal ohne Gelbfilter daherkommt). Außerdem mit zwei (immer noch klaren) Suchern für Hoch- und Querformat und den passenden Stativgewinden. Damals (zwischen 1949 und 1951) kostete sie wohl 9,90 DM – damit wäre sie ohne Inflationsbereinigung heute teurer gewesen als seinerzeit neu 😉

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Polaroids auf dem Dachboden und die Folgekosten…

p13-BearbeitetEigentlich habe ich mich ja nie für die Dinger interessiert, aber letztens hatte ich auf einer Hochzeit spaßeshalber ein paar Bilder mit meiner RZ67 mit dem Polaroid-Rückteil und dem Fuji FP100-C gemacht. Und was soll ich sagen, die waren echt gelungen und cool. Viel besser als gedacht. Also habe ich mich daran erinnert, dass bei uns auf dem Dachboden noch die alten Polaroid-Kameras meines Vaters liegen müßten. Gesucht, gefunden, Inventur gemacht:

Eine Polaroid Land Camera Swinger Model 20, eine Land Camera 320 und eine SX-70 (leider nicht die schicke in silber-braun, sondern eine „all black“).

 

Das sind ja schon alles rechte Plastikbomber und für die Swinger gibt es auch keine Filme mehr.IMG_4339 Hübschhäßlich wie die aber ist, taugt die super als Deko fürs Regal.

IMG_4340Für die Land Camera 320 gibt es aber Filme und zwar genau den vorgenannten von Fuji. Sehr cool! Das einzige, was es nicht mehr (in Deutschland und/oder zu normalen Preisen gibt) ist die 3V-Batterie, die die Kamera benötigt. Google liefert aber Anleitungen zum Umbau auf 2 AA-Batterien, wie z.B diese hier. Ein Halter für 2 Batterien kosten inkl. Versand vom großen Fluß unter 1,90 (verdient da noch wer was dran?). Also, klick, her damit!

Und für die SX-70 gibt es ja Filme vom Impossible Project, die mittlerweile ja brauchbare Ergebnisse liefern sollen, also da auch mal einen von bei Foto Impex bestellt, da mein Haus-und Hof-Dealer Phototec die leider nicht im Sortiment führt. Und wenn man ja eh schonmal bei Fotoimpex bestellt, kann man ja gleich noch sechs Cinestill Filme bei Foto Impex (ich denke da an den Thailand-Urlaub im November…) und auch noch 127er Rollfilme für die Baby-Rollei mitbestellen. Wobei, wie entwickelt man die eigentlich? Die passen ja gar nicht in meine Jobo-Spindeln rein…

IMG_4338Und zack, war das wieder ein teurer Ausflug auf den Dachboden. Wehe die beiden Polaroid-Kameras tun dann doch nicht.

PS. Ich schiebe diesen Post in die Rubrik Altmetall, auch wenn an den Kameras wirklich kaum Metall verbaut ist 😉

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Russenlinse

Die Tage habe ich irgendwo auf Facebook eine Verkaufsanzeige für ein Helios-Objektiv gesehen und fand die Bilder dabei z.T. ganz cool, was das Bokeh angeht – wäre ja vielleicht eine schöne Linse für Portaits. Leider war das Mädel, was sie verkaufen wollte, extrem uneinsichtig, was ihre Preisvorstellung anging. 65 EUR waren mir dann doch deutlich zuviel. EBay Kleinanzeigen haben es dann mal wieder gerichtet. Ein Helios 44M-6 für 35 EUR plus Versand irgendwo aus dem Osten. Dazu noch für 5 EUR einen M42-Adapter. Sieht zumindest an der 5D schonmal ganz cool aus. Wenn es nur nicht so elendig heiß wäre, könnte ich mich ja sogar aufraffen, jetzt damit mal loszuziehen…

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Graflex Speed Graphic – mein Einstieg ins „echte Großformat“

CIaa-_XW8AACHYRStreng genommen habe ich ja mit meiner Camera Obscura schon den Einstieg ins Großformat geschafft, also das Fotografieren auf Einzelblattnegativen im Format von eben mindestens 4×5 Zoll (also rund 10×12 cm). Das ist ja auch noch das kleinste Großformat, aber schon eine beeindruckende Größe, selbst wenn man sich die Negative einfach nur so, ohne Vergrößerung, anguckt.

Ich liebe meine Camera Obscura, wollte aber mal eine richtige Großformatkamera probieren, dass aber am liebsten für eher kleines Geld. Eine Linhof Technica, Chamonix oder Toyo waren mir zum ausprobieren zu teuer, also musste es was günstigeres sein.

Meine Graflex Speed Graphic habe ich bei eBay von einem Händler aus den USA ersteigert, gut eine Woche später war sie dann auch schon in Deutschland und mußte nur noch von mir beim Zoll abgeholt werden. Zoll? Ach Mist, das hatte ich ja irgendwie völlig vergessen. Kamen halt auf den supergünstigen Preis nochmal 90 EUR drauf – schwupps, war die Kamera schon nur noch günstig und nicht mehr supergünstig. Naja, ist halt so.

Die Bedienung der Kamera ist eigentlich nicht weiter kompliziert, vllt. stelle ich die Tage nochmal ein Video dazu ins Netz.scanScan-150626-0003 Aber die erste und drängenste Frage war ja nun, ob sie überhaupt und richtig funktioniert. Also ein paar Ilford FP4 geladen und die Kamera im Landschaftspark Duisburg ausgeführt.

Und was soll ich sagen? Sie funktioniert! Gerade mal knapp 70 Jahre alt und sie tut immer noch was sie soll. I like 😉

Ein paar mehr Bilder habe ich auf flickr abgelegt.

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Zeiss Ikon Ercona

IMG_3266.JPGBei mir im Schrank steht seit längerem eine bislang noch nicht getestete Zeiss Ikon Ercona, die ziemlich baugleich zu sein scheint mit der Vorkriegs-Zeiss Ikonta C 521/2. Meine Kamera hat ein Novar Anastigmat f4.5 und stammt vermutlich aus den frühen 50er Jahren. Gebaut wurde sie in der ehemaligen DDR aus einer einzelnen Eisenbahnschiene – das gute Stück ist DDR-typisch recht einfach und robust gehalten. Vermutlich waren die Vorkriegsmodelle aber ähnlich einfach, wenn man bedenkt, dass sie 1938/39 gebaut wurden und Ressourcen jedweder Art vermutlich nicht mehr primär in den Kamerabau gingen.

Auf den Wunschzettel kam sie, weil sie nicht nur 6×6, sondern auch 6×9 kann und via eBay auch in guter Qualität günstig zu haben war.  Gestern habe ich sie dann endlich mal mit einem Fuji Acros 100 bestückt und ausgeführt.

Was soll ich sagen… Man muss dran denken, zu fokussieren. Das war mir beim Aufklappsucher irgendwie bei den ersten Bildern entgangen, weil man ja nicht sieht, dass das Bild unscharf ist. Ups…

Abgesehen davon funktioniert sie gut und wie anno dunnemals: Film rein (nachdem mal die Schablone für 6×6 rausgenommen hat), den 6×9 Gucklochdeckel für die Filmnummern hoch, Film vorspulen, bis die 1 im Fenster zu sehen ist, Belichtung mit externem Belichtungsmesser ermitteln, Zeit und Blende einstellen, Entfernung schätzen und einstellen. Klack. Weiterspulen zu Nr. 2.

Am Ende kommt dann sowas bei raus: Rheinauhafen. Und das nach rund 60 Jahren, die das gute Stück mittlerweile auf dem Buckel hat… Ich probier das mal mit meinem aktuellen iPhone, wenn ich in Rente bin 😉 Die Kamera ist damit auf jeden Fall praxistauglich. I like!

Man sollte daran denken, keine zu empfindlichen Filme zu verwenden, weil die kürzeste Belichtungszeit nur 1/100 beträgt (während das Vorkriegs-Original deutlich schneller war: die Angaben dafür schwanken zwischen Camerapedia mit 1/300 und kameramuseum.de mit 1/200). Sprich ein ISO 100 oder 125 reicht bei gutem Licht aus, ein 400er mag dann schon zu schnell sein. Gleiches gilt übrigens besonders bei Boxkameras, die ja nur eine Blenden-Zeit-Kombination haben (alle? nur meine?) und die in Anbetracht ihrer Baujahre auch für langsame Filme ausgelegt sind, die dann ISO 100 eher nicht überschreiten.

Einige technische Details:

  • Name: Zeiss Ikon VEB, Ercona
  • Hersteller: VEB Zeiss Ikon
  • Baujahr: irgendwann zwischen 1949 und 1956
  • Objektiv: 1:4,5 / f=110 mm / Novar Anastigmat (und nicht „Novonar“ wie bei anderen – ist aber wohl baugleich)
  • Blenden: 4,5 / 5,6 / 8 / 11 / 16 (manche Modell haben wohl auch eine 22)
  • Entfernungseinstellungen: 1,5 / 1,7 / 2 / 2,5 / 3 / 4 / 5 / 8 / 15 / oo (auch hier scheint es Unterschiede zu geben, das Internet kennt auch welche mit 1,2 Metern Naheinstellgrenze)
  • Verschluss: „Junior“ Gebr. Werner, Tharandt (Logo „GW“ im Kreis)
  • Verschlusszeiten: 25 / 50 / 100 / B

(frei nach Emtus Kamera Nachschlagewerk)

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Voigtländer Vitomatic I

Das wäre jetzt keine Kamera, die ich mir gekauft hätte – aber es ist die Kamera, die mein Vater von meiner Mutter irgendwann mal in den frühen Jahren ihrer Ehe zum Hochzeitstag geschenkt bekommen hat und mit der er lange Jahre Familienfeiern, Urlaube und das unser Aufwachsen festgehalten hat. Das macht sie, insbesondere nachdem mein Vater vor knapp 2 Jahren verstarb, dann doch zu was besonderem.

 

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Obschon die Kamera sicherlich über 50 Jahre alt ist, funktioniert sogar der Belichtungsmesser noch. Ob die Zeiten noch alle exakt gehen, wer weiß… Irgendwann demnächst werde ich sie mal mit einen FP4 bestücken und mit nach draussen nehmen.

http://lippisches-kameramuseum.de/Voigtlaender/Voigtlaender_Vitomatic_I.htm

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