World Pinhole Day 2017

Am World Pinhole Day 2017 waren wir in Holland, genauer gesagt am Ijsselmeer. Dabei war, dem Wochenende entsprechend, unter anderem auch eine meiner beiden Pinholes, und zwar die Reality so Subtle 6×17, die halt dieses geile Panaroma-Format hat. ich muss die Filme noch entwickeln, aber hier ist sie schonmal in Aktion sehen 😉

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Mit der Pinhole am Strand

zeeland i

Vor einiger Zeit konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, mir eine 6×17 Lochkamera zu kaufen, und zwar diese hier: https://aupremierplan.fr/custom-cameras/6×17-panoramic-pinhole/. Die Dinger sind wirklich supergut verarbeitet, noch recht handlich und haben zwei Löcher, eines für „mehr Boden“ und eines für „mehr Himmel“. Coole Sache. Allerdings sind sie so weitwinklig, dass man aufpassen muss, die Finger nicht auf dem Bild zu haben, wenn man bei kurzen Belichtungszeiten den Schieber vorm Loch auf- bzw. zumacht.

Freundlicherweise hat James, der Designer der Kamera zum Handling noch ein kleines Video ins Netz gestellt, was ich halt für den ersten Film halt zu spät gesehen habe… Das Einfädeln des Films ist etwas fummelig, aber mit ein wenig Übung auch nicht wirklich das Problem.

Den ersten Einsatz hat die Kamera am Strand in Zeeland hinter sich gebracht. Endlose Weiten. Viiiiel Himmel, aber leider keine Wolken, dafür passte der Vordergund.

Darum musste ich die beiden Bilder rechts croppen, passt aber vom Bildaufbau immer noch. Ein geiles Format! Leider hilft das nicht, den Wunsch, nach einer echten 6×17-Kamera zu lindern, eher im Gegenteil…

zeeland ii

Nachteil: Viel Himmel heißt auch gleich viel sichtbarer Staub, da kann man sich echt einen Wolf stempeln in der Nachbearbeitung. Ilford FP 4, entwickelt in Amaloco AM 74, 1:19 bei 20°.

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Venedig

Zwei Tage Venedig im Januar, d.h. nicht unbedingt das erwartete modrige Nebelwetter in einer morbiden Stadt, sondern in diesem speziellen Fall Sonnenschein, Espresso im Straßencafe, einige Aperol Spritz, leckeres Essen und viele Fotos. Bzw. erstmal einiges zu entwickeln und zu digitalisieren…

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Ich hatte mein „kleines Besteck“ dabei, sprich die Leica M6 und die Mamiya 645 Super. Jetzt bin ich mal auf die Ergebnisse gespannt 😉

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Zeiss Ikon Ercona

IMG_3266.JPGBei mir im Schrank steht seit längerem eine bislang noch nicht getestete Zeiss Ikon Ercona, die ziemlich baugleich zu sein scheint mit der Vorkriegs-Zeiss Ikonta C 521/2. Meine Kamera hat ein Novar Anastigmat f4.5 und stammt vermutlich aus den frühen 50er Jahren. Gebaut wurde sie in der ehemaligen DDR aus einer einzelnen Eisenbahnschiene – das gute Stück ist DDR-typisch recht einfach und robust gehalten. Vermutlich waren die Vorkriegsmodelle aber ähnlich einfach, wenn man bedenkt, dass sie 1938/39 gebaut wurden und Ressourcen jedweder Art vermutlich nicht mehr primär in den Kamerabau gingen.

Auf den Wunschzettel kam sie, weil sie nicht nur 6×6, sondern auch 6×9 kann und via eBay auch in guter Qualität günstig zu haben war.  Gestern habe ich sie dann endlich mal mit einem Fuji Acros 100 bestückt und ausgeführt.

Was soll ich sagen… Man muss dran denken, zu fokussieren. Das war mir beim Aufklappsucher irgendwie bei den ersten Bildern entgangen, weil man ja nicht sieht, dass das Bild unscharf ist. Ups…

Abgesehen davon funktioniert sie gut und wie anno dunnemals: Film rein (nachdem mal die Schablone für 6×6 rausgenommen hat), den 6×9 Gucklochdeckel für die Filmnummern hoch, Film vorspulen, bis die 1 im Fenster zu sehen ist, Belichtung mit externem Belichtungsmesser ermitteln, Zeit und Blende einstellen, Entfernung schätzen und einstellen. Klack. Weiterspulen zu Nr. 2.

Am Ende kommt dann sowas bei raus: Rheinauhafen. Und das nach rund 60 Jahren, die das gute Stück mittlerweile auf dem Buckel hat… Ich probier das mal mit meinem aktuellen iPhone, wenn ich in Rente bin 😉 Die Kamera ist damit auf jeden Fall praxistauglich. I like!

Man sollte daran denken, keine zu empfindlichen Filme zu verwenden, weil die kürzeste Belichtungszeit nur 1/100 beträgt (während das Vorkriegs-Original deutlich schneller war: die Angaben dafür schwanken zwischen Camerapedia mit 1/300 und kameramuseum.de mit 1/200). Sprich ein ISO 100 oder 125 reicht bei gutem Licht aus, ein 400er mag dann schon zu schnell sein. Gleiches gilt übrigens besonders bei Boxkameras, die ja nur eine Blenden-Zeit-Kombination haben (alle? nur meine?) und die in Anbetracht ihrer Baujahre auch für langsame Filme ausgelegt sind, die dann ISO 100 eher nicht überschreiten.

Einige technische Details:

  • Name: Zeiss Ikon VEB, Ercona
  • Hersteller: VEB Zeiss Ikon
  • Baujahr: irgendwann zwischen 1949 und 1956
  • Objektiv: 1:4,5 / f=110 mm / Novar Anastigmat (und nicht „Novonar“ wie bei anderen – ist aber wohl baugleich)
  • Blenden: 4,5 / 5,6 / 8 / 11 / 16 (manche Modell haben wohl auch eine 22)
  • Entfernungseinstellungen: 1,5 / 1,7 / 2 / 2,5 / 3 / 4 / 5 / 8 / 15 / oo (auch hier scheint es Unterschiede zu geben, das Internet kennt auch welche mit 1,2 Metern Naheinstellgrenze)
  • Verschluss: „Junior“ Gebr. Werner, Tharandt (Logo „GW“ im Kreis)
  • Verschlusszeiten: 25 / 50 / 100 / B

(frei nach Emtus Kamera Nachschlagewerk)

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