Standentwicklung

Kumpel Oli nutzt sie ja regelmäßig, ich war immer skeptisch: Die Standentwicklung. Man nehme einen Film, packe ihn („packen“ ist nicht wirklich wörtlich zu verstehen) in die Entwicklungsdose und nehme sehr stark verdünnten Entwickler und lasse das ganze einfach eine Stunde in der Ecke stehen. Naja, so ähnlich halt. Wie gesagt, dauert mir eigentlich zu lange und erschien mir irgendwie auch zu „ungesteuert“. Insbesondere wenn ich mehrere Filme auf einmal entwickle, dauert das mit meinen zwei Dosen (also max. vier Kleinbild- oder zwei Mittelformatfilme) arg lange, bis ich wieder eine Dose frei habe.

Andererseits: Seit ich meine Pinhole- und dazu dann noch die Graflex-Kamera habe, ist mein Entwickler-Verbrauch dramatisch nach oben gegangen: In die kleinen Jobo-Dosen für Kleinbild und Mittelformat mit 500ml Fassungsvermögen verwende ich Amaloco AM74 im Verhältnis 1:19 (das ist schon sparsam), d.h. ich brauche 25ml Entwickler pro Entwicklungsvorgang. Die große Dose für die 4×5 Zoll Planfilmnegative fasst aber 1,3 Liter und das bedeutet eben auch, dass ich 65ml Entwickler benötige, also mehr als die 2,5 fache Menge.

Olis Tip war Rodinal (bzw. ein Derivat davon) im Verhältnis 1:200 zu nutzen und dann eben Standentwicklung zu betreiben. Oli macht das aber mit Fomapan, ich habe aber den FP4 von Ilford als Planfilm. Echte Angaben, welche Mischungsverhätlnisse mit welchem Film funktionieren, finden sich im Internet eher wenig. Seiner Aussage nach funktioniert Fomapan gut im Verhältnis 1:200, für den Ilford FP4 habe ich tatsächlich irgendwo etwas in der Art von 1:100 gefunden.

Also: Filme einlegen, Wasser auf 20°C bringen, in 1,3 Liter Wasser ca. 13ml Rodinal mischen. Ich bin mir sicher, 12 oder 15ml tun es auch – in dem Verhältnis ist das eh nicht so kritisch, zumal bei der Standentwicklung die Chemie ja wenig bewegt wird und sich irgendwann im Kontakt zum Film erschöpft. Angeblich soll man eine gwisse Mindestverdünnung nicht unterschreiten, weil Rodinal angeblich so etwas wie eine kritische Masse benötigt. Verschiedene Quellen schreiben da was von mindestens 10ml – das kann aber kaum sein, weil 1:200 ja sonst kaum funktionieren würde.

Eine Minute Agitation, danach eine Stunde stehen lassen. Entwickler abkippen, Stoppbad, Fixiereren. Und das Ergebnis sieht dann wie folgt aus:

 

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Ich finde die Kontraste und Details sind der Knaller. Überall durchgezeichnet und einfach „Wow“! Das probiere ich demnächst auch mal mit Mittelformat-Filmen aus. Billiger ist es eh 🙂

Ich vermute mal, dass man mit zwischenzeitlicher Agitation (alle 15 Minuten oder so), die Gesamtzeit minimal verkürzen könnte, weil frische Chemie an den Film kommt – andererseits konterkariert das vielleicht genau den Effekt den die Standentwicklung haben soll, nämlich dass sich der Entwickler erschöpfen soll, um so eine gleichmäßige Zeichnung zu erzielen. An den hellen Stellen (da wo viel Entwicklungsarbeit zu leisten ist) schneller als an den dunklen, aber insgesamt eben recht gleichmäßig. Wer da genauer einsteigen will, kann das z.B. hier tun.

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Fort VI

Derzeit plagt mich eine fiese Erkältung. Der Arzt hat aber gesagt, dass ich durchaus mal eine Runde spazieren gehen soll. Dabei hatte ich heute hatte ich mein „neustes“ Prachtstück dabei, eine Mamiya RZ67, geladen mit einem Ilford HP5. Immer noch einer meiner Lieblingsfilme, unter anderem auch weil er recht gutmütig in der Entwicklung ist. Vorne an der RZ ist das Mamiya Sekor Z 110mm/f2.8 dran. Coole Linse – mag ich.

Aufgenommen habe ich das Bild in der Nähe des Decksteiner Weihers, am ehemaligen Fort VI der Kölner Befestigungsanlagen. Ein (Schande über Dich, Stadt Köln!) leider total runtergekommenes Zeugnis der Kölner Geschichte.

Das ganze dann in Amaloco AM74, 1+19 entwickelt: 10 Min; 30 Sek. Agitation, danach alle 30 Sek. 5 Sek. lang.

Mehr aus der Serie in dem RZ67-Album auf flickr. Das nächste mal denke ich dann auch an den Sniper-Gurt für die Kamera oder eine Sackkarre. Und das ist ja schon nur die leichtgewichtige Plastik-Variante der RB67… Puh.

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