Graflex Speed Graphic – mein Einstieg ins „echte Großformat“

CIaa-_XW8AACHYRStreng genommen habe ich ja mit meiner Camera Obscura schon den Einstieg ins Großformat geschafft, also das Fotografieren auf Einzelblattnegativen im Format von eben mindestens 4×5 Zoll (also rund 10×12 cm). Das ist ja auch noch das kleinste Großformat, aber schon eine beeindruckende Größe, selbst wenn man sich die Negative einfach nur so, ohne Vergrößerung, anguckt.

Ich liebe meine Camera Obscura, wollte aber mal eine richtige Großformatkamera probieren, dass aber am liebsten für eher kleines Geld. Eine Linhof Technica, Chamonix oder Toyo waren mir zum ausprobieren zu teuer, also musste es was günstigeres sein.

Meine Graflex Speed Graphic habe ich bei eBay von einem Händler aus den USA ersteigert, gut eine Woche später war sie dann auch schon in Deutschland und mußte nur noch von mir beim Zoll abgeholt werden. Zoll? Ach Mist, das hatte ich ja irgendwie völlig vergessen. Kamen halt auf den supergünstigen Preis nochmal 90 EUR drauf – schwupps, war die Kamera schon nur noch günstig und nicht mehr supergünstig. Naja, ist halt so.

Die Bedienung der Kamera ist eigentlich nicht weiter kompliziert, vllt. stelle ich die Tage nochmal ein Video dazu ins Netz.scanScan-150626-0003 Aber die erste und drängenste Frage war ja nun, ob sie überhaupt und richtig funktioniert. Also ein paar Ilford FP4 geladen und die Kamera im Landschaftspark Duisburg ausgeführt.

Und was soll ich sagen? Sie funktioniert! Gerade mal knapp 70 Jahre alt und sie tut immer noch was sie soll. I like 😉

Ein paar mehr Bilder habe ich auf flickr abgelegt.

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camera obscura. meine camera obscura.

IMG_48394“ x 5 “-Lochkamera. Selbst gebaut mit ein paar Teilen von skinkphoto (Lochblende, Stativplatten). Morgen wird sie auf Lichdichtheit geprüft, um herauszufinden, ob irgendwo anders ausser durch das vorgesehene Loch Licht kommt. Die Planfilmkassetten habe ich be ebay geschossen, Holz, Schrauben (um die Metallteile zu befestigen), Leim, Samtband.

Meine erste Lochkamera und meine erste Großformatkamera… Bin mal gespannt, wie ich mit diesen Negativen in der Entwicklung klar komme. Bin schon ganz hibbelig.

 

Technische Daten

  • Negativgröße 4“ x 5 “ (100 x 126 mm)
  • Brennweite 70 mm (das entspricht ca. 21mm am Kleinbild)
  • Blende 184 (Richtig gelesen, nicht 22 oder so. 184. Das sind 0,38mm Lochdurchmesser)

Die hier war relativ teuer wg. des bei skinkphoto gekauften Zubehörs. Die Lochblende kann man sich aus starker Alufolie selber basteln (ist dann halt eher Zufall wie gross die genau ist), Stativplatten braucht man ja auch nicht unbedingt. Lässt man das Werkzeug weg, was ich extra kaufen mußte (einen Forstner-Bohrer in 40mm) und beschränkt sich auf das schwarze Lackieren auf der Innenseite kann man den ganzen Spaß recht günstig haben.

Kosten:

  • Lochblenden & Stativplatten: ca. 80 EUR
  • Holz: ca. 20 EUR (mit den Resten kann ich aber noch zwei oder drei Kameras bauen)
  • Lack, schwarz & braun, Pinsel: ca. 15 EUR (auch hier reichen die Reste noch für einige Kameras)
  • Edelstahlschrauben: 3 EUR
  • Samtband: 5 EUR (und wieder reichen die Reste für vermutlich zwei Dutzend weitere Kamers)

Planfilmkassetten gibt es gebraucht ab ca. 15 EUR, je nach Modell und Hersteller. Ich habe gleich 5 Stück (Fidelity Elite) gekauft, weil man sie ja nur im Wechselsack bestücken kann und es keinen Sinn macht, mit nur einer Kassette mit 2 Negativen loszuziehen.

Daszu dann noch als Erstanschaffung die Entwicklungsdose für diese Riesenlappen von Negativen. Erst als ich die schon hatte, hat mir Oli nämlich folgenden Link geschickt wie man in einer normalen Dose Planfilme entwickeln kann: http://www.silberbild.info/negativ/planfilme-taco/. Also einige Erstinvestitionen, aber was man hat, das hat man. Haben ist ja schliesslich besser als brauchen.

 

Da drauf gekommen bin ich übrigens, weil ich den Beitrag hier im TV gesehen habe (insbes. ab ca 11:20) …

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Großformat

Das man aus gößeren Negativen wg. des Mehr an Informationen auf dem Negativ und des kleineren Vergrößerungsfaktors „bessere“ Bilder generieren kann, ist ja der Grund, warum ich so gerne Mittelformat fotografiere, wenn man mal die Leica außen vor läßt. Aber wenn es Kleinbild und Mittelformat gibt, dann gibt es auch… Großformat. Damit verlassen wir dann aber auf jeden Fall die Sphäre der „ich steck noch mal eben eine Kamera ein“-Unternehmungen.

Trotzdem setzt da ein gewisses Kribbeln ein. Und das Video hier habe ich gerade in einem Kommentar im Blog von Boris Weishaupt gefunden. Konstruktiv gesehen, sind GF-Kameras ja jetzt nicht so komplex aufgebaut – die Möglichkeiten, die sie bieten (abgesehen von der reinen Bildqualität) sind aber echt nicht ohne. Dazu dann noch das intensive Auseinandersetzen mit dem Bild. Muss ich auch mal ausprobieren, nur habe ich Angst vor den Folgekosten… 😉

Supergut erklärt und dieser 70er Jahre-Look alleine ist ja schon Grund genug, sich das anzugucken.

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