Mit der Pinhole am Strand

zeeland i

Vor einiger Zeit konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, mir eine 6×17 Lochkamera zu kaufen, und zwar diese hier: https://aupremierplan.fr/custom-cameras/6×17-panoramic-pinhole/. Die Dinger sind wirklich supergut verarbeitet, noch recht handlich und haben zwei Löcher, eines für „mehr Boden“ und eines für „mehr Himmel“. Coole Sache. Allerdings sind sie so weitwinklig, dass man aufpassen muss, die Finger nicht auf dem Bild zu haben, wenn man bei kurzen Belichtungszeiten den Schieber vorm Loch auf- bzw. zumacht.

Freundlicherweise hat James, der Designer der Kamera zum Handling noch ein kleines Video ins Netz gestellt, was ich halt für den ersten Film halt zu spät gesehen habe… Das Einfädeln des Films ist etwas fummelig, aber mit ein wenig Übung auch nicht wirklich das Problem.

Den ersten Einsatz hat die Kamera am Strand in Zeeland hinter sich gebracht. Endlose Weiten. Viiiiel Himmel, aber leider keine Wolken, dafür passte der Vordergund.

Darum musste ich die beiden Bilder rechts croppen, passt aber vom Bildaufbau immer noch. Ein geiles Format! Leider hilft das nicht, den Wunsch, nach einer echten 6×17-Kamera zu lindern, eher im Gegenteil…

zeeland ii

Nachteil: Viel Himmel heißt auch gleich viel sichtbarer Staub, da kann man sich echt einen Wolf stempeln in der Nachbearbeitung. Ilford FP 4, entwickelt in Amaloco AM 74, 1:19 bei 20°.

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camera obscura. meine camera obscura.

IMG_48394“ x 5 “-Lochkamera. Selbst gebaut mit ein paar Teilen von skinkphoto (Lochblende, Stativplatten). Morgen wird sie auf Lichdichtheit geprüft, um herauszufinden, ob irgendwo anders ausser durch das vorgesehene Loch Licht kommt. Die Planfilmkassetten habe ich be ebay geschossen, Holz, Schrauben (um die Metallteile zu befestigen), Leim, Samtband.

Meine erste Lochkamera und meine erste Großformatkamera… Bin mal gespannt, wie ich mit diesen Negativen in der Entwicklung klar komme. Bin schon ganz hibbelig.

 

Technische Daten

  • Negativgröße 4“ x 5 “ (100 x 126 mm)
  • Brennweite 70 mm (das entspricht ca. 21mm am Kleinbild)
  • Blende 184 (Richtig gelesen, nicht 22 oder so. 184. Das sind 0,38mm Lochdurchmesser)

Die hier war relativ teuer wg. des bei skinkphoto gekauften Zubehörs. Die Lochblende kann man sich aus starker Alufolie selber basteln (ist dann halt eher Zufall wie gross die genau ist), Stativplatten braucht man ja auch nicht unbedingt. Lässt man das Werkzeug weg, was ich extra kaufen mußte (einen Forstner-Bohrer in 40mm) und beschränkt sich auf das schwarze Lackieren auf der Innenseite kann man den ganzen Spaß recht günstig haben.

Kosten:

  • Lochblenden & Stativplatten: ca. 80 EUR
  • Holz: ca. 20 EUR (mit den Resten kann ich aber noch zwei oder drei Kameras bauen)
  • Lack, schwarz & braun, Pinsel: ca. 15 EUR (auch hier reichen die Reste noch für einige Kameras)
  • Edelstahlschrauben: 3 EUR
  • Samtband: 5 EUR (und wieder reichen die Reste für vermutlich zwei Dutzend weitere Kamers)

Planfilmkassetten gibt es gebraucht ab ca. 15 EUR, je nach Modell und Hersteller. Ich habe gleich 5 Stück (Fidelity Elite) gekauft, weil man sie ja nur im Wechselsack bestücken kann und es keinen Sinn macht, mit nur einer Kassette mit 2 Negativen loszuziehen.

Daszu dann noch als Erstanschaffung die Entwicklungsdose für diese Riesenlappen von Negativen. Erst als ich die schon hatte, hat mir Oli nämlich folgenden Link geschickt wie man in einer normalen Dose Planfilme entwickeln kann: http://www.silberbild.info/negativ/planfilme-taco/. Also einige Erstinvestitionen, aber was man hat, das hat man. Haben ist ja schliesslich besser als brauchen.

 

Da drauf gekommen bin ich übrigens, weil ich den Beitrag hier im TV gesehen habe (insbes. ab ca 11:20) …

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