Das Hohe Venn. Mal wieder.

Das Hohe Venn ist (so sagt Wikipedia) eine Hochfläche zwisochen Deutschland und Belgien und und leigt irgendwo zwischen Hunsrück, Eifel und Ardennen, wobei ich es immer als Übergangsbereich zwischen den beiden letztgenannten Gebieten ansehen würde. Gehört für mich irgendwie zu beiden dazu.

Große Teile des Venns sind ein Moor. Dieser Umstand und seine Höhe von zwischen 500 und 600 Metern über N.N., die es zur ersten Wetterscheide zwischen Nordsee und und dahinterliegenden Landstrichen macht, führt dazu, dass es in weiten Teilen eine wirklich wundersame, schaurig-schöne Landschaft ist – ganz besonders eben dann, wenn das Wetter nicht im eigentlichen Sinne “gut” ist.

Am Wochenende war ich mal wieder zum fotografieren da. Dieses Mal begann die Wanderung südlich des Baraque Michel in der Nähe von Solwaster. Auf unserer Wanderung kam wir an einem kleinen Wasserfalls, den ich von einer früheren Wanderung her schon kannte. Extra, um hier mal ein paar Langzeitbelichtungen zu machen, hatte ich neben der Kamera, die ja immer mit muss, auch Stativ und Filter mit.

Hier mal ein paar Bilder der Cascade de Nutons bzw. von der Wanderung. Ich finde, es hat sich gelohnt:

Trotzdem mus ich mich mal intensiver mit dem Thema Fokus Stacking auseinandersetzen, denn die Schärfe im Bildhintergrund bei den Langzeitbelichtungen ist noch nicht so, wie ich es gerne hätte. Das Foto aus dem Birkenwäldchen war frei Hand geschossen. Unscharf ist es, aber es transportiert die Stimmung, so wie ich sie gerne hätte.

Im Hohen Venn

IMG_4847Das Hohe Venn ist als Hochmoor Belgiens größtes Naturschutzgebiet und liegt nicht weit von der deutschen Grenze entfernt zwischen Eupen, Monschau, Malmedy und Spa. Die Landschaft ist eindrücklich, karg und öde (im positiven Sinne). Als Landschaft hat sich auf mich den selben Eindruck hinterlassen, wie Venedig als Stadt, irgendwie morbide halt. Natürlich ist das Hohe Venn nicht schwarz-weiß (so wie früher ja alles 😉 ), aber für mich eine ganz klassische Schwarz-Weiß-Landschaft. Am liebsten irgendwie im Morgennebel im Herbst…

Naja, langer Rede kurzer Sinn. Anfang Mai waren wir mal wieder im Venn, nachdem mein letzter Besuch daran scheiterte, dass nach dem Brand im April 2011 viele Holzstege im Venn noch nicht wieder aufgebaut waren und daher große Bereiche des Venns nicht wieder zugänglich waren. Das ist mittlerweile anders.scanScan-150510-0003

Ich hatte (antürlich) die Pinhole dabei und außerdem mal wieder die Canon 5D. Zum Glück hatte ich alle 5 Kassetten mit Negativen bestückt, so dass ich insgesamt 10 Bilder machen konnte. Es war zwar ziemlich bewölkt an den Tag aber trotzdem so hell, dass die Belichtungszeiten der Pinhole alle zw. 1 und 2 Sekunden lagen. Zwei Negative habe ich beim entwicklen versemmelt, (in den selben Schlitz der Jobo-Spirale geschoben – F**K!), aber 8 sind was geworden. Mittlerweile habe ich auch alle Negative entwickelt, 4 trocknen aber noch vor sich hin und werden erst heute nachmittag den Weg aufs Scannerglas finden.

In jedem Fall ist das Venn für alle Freunde der Naturfotografie ein lohnendes Ziel, wenn auch kein leichtes. Aufgrund der Topografie und der kargen Vegetation verliert sich das Auge schnell und es ist nicht einfach, besondere Motive zu finden, die dann auf dem Bild noch so gut und besonders aussehen, wie man es sich zuvor gedacht hatte. Ging mir zumindest so.

IMG_4885 Einige Bilder aus der Canon habe ich auch in Farbe gelassen, aber irgendwie liegt mir schwarz-weiß doch mehr. Und, ich sagte es ja schon, zum Venn passt das einfach besser. Auch wenn der Nebel fehlte, aber man kann nicht immer alles haben. Das schwarz-weiße Foto oben ist mit der Pinhole (mit dem Ilford FP4) gemacht, das unten mit der Canon. Nachdem ich mit der Nachbearbeitung durch war ist mir erst so richtig aufgefallen, wie ähnlich die am Ende doch aussehen. Ich mag den Look halt einfach: Wolken gerne etwas dramatisch, hoher Kontrast und keine oder wenig Spitzlichter.

 

 

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Hier geht es zu meinem flickr-Album mit Bildern aus dem Hohen Venn.